Freitag, 30. Dezember 2011

Testbericht E-Reader – PocketBook Pro 912 (Teil II)

In diesem Posting haben Wortschatz und ich einen kleinen Testbericht über den neuen E-Reader Pro 912 von PocketBook geschrieben. Nun hat sich mein Schwager P. den Reader tatsächlich bestellt, und er kam pünktlich am Weihnachtstag an. Genug Zeit, um ihn für ein paar Stunden ausgiebig zu testen (Dankeschön!). Das Ergebnis habe ich auf Video festgehalten, sodass ein guter Eindruck entsteht, wie die Geschwindigkeit und die Qualität so ist und was für Funktionen es gibt. Leider ist es mein erstes Video auf Youtube, weshalb ich noch am Knobeln wegen der richtigen Größe bin. Ächem.


Ob P. ihn letztendlich behalten wird? Ich werde berichten. Spannend ist der PocketBook Pro 912 auf alle Fälle.

Samstag, 24. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 24. Dezember

Die Typografie


In jedem Buch wurde sie verwendet, mal mehr, mal weniger. Durch die Auswahl der verschiedenen Schriften, durch die Platzierung der Pagina, durch den Einsatz von Linien und Bildern, durch die Auswahl von Papier oder der Farbe des Einbands, durch das Spiel mit der Gestaltung: die Typografie.


Sie bezieht sich sowohl auf die gedruckten Bücher als auch auf die elektronischen Medien. Die gestalterischen Merkmale unterteilt man in die Mikro- und die Makrotypografie. Die Mikrotypografie wird auch Detailtypografie genannt und widmet sich den Kleinigkeiten: Wird eine Schrift mit oder ohne Serifen ausgewählt? In der Makrotypografie widmet sich der Setzer den groben Gestaltungsmerkmalen: Papierformat, Platzierung von Objekten wie Bilder, Schriftauszeichnungen.


Im Idealfall verdeutlicht die Typografie, was das Medium ausdrücken will, kombiniert sein Inhalt und seine Aussageabsicht und drückt diese visuell aus. Auch die Lesbarkeit ist ein wichtiges Thema.


Mit dem letzten Türchen wünsche ich Dir ein wunderschönes Weihnachtsfest und erholsame, buchgesegnete Feiertage.

Freitag, 23. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 23. Dezember

Die Kapitelüberschrift


Eigentlich bedarf dieses Türchen keine Erklärung. Eine Kapitelüberschrift trennt den Fließtext in verschiedene Abschnitte – nicht nur allein von der Formatierung, sondern auch inhaltlich. Das Wort Kapitel stammt übrigens aus dem Lateinischen (capitulum) und bedeutet übersetzt Köpfchen. Ich blättere selbst gerne in Büchern herum, um mir mit Hilfe der Kapitelüberschriften einen Überblick über das Layout zu verschaffen. Und nebenbei bemerkt: Erkennst du, welches Buch oben abgebildet ist? (-:

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Bibliophiles – Skulpturen aus Papier


Ich komme immer noch nicht aus dem Staunen heraus: Im März 2011 fand man in der Scottish Poetry Library in Edinburgh eine Skulptur aus Papier, und seitdem häufen sich die Funde. Wer verschickt sie? Und warum? Auf alle Fälle bin ich total verzaubert. Und auch wenn mir meine Bücher heilig sind und ich zu den Lesern gehöre, die extrem vorsichtig mit ihnen umgehen ... Ein Selbstversuch würde mich nun doch reizen. Ich würde entweder eine Szene aus Ronja Räubertochter nachstellen oder die Buchhaimer Katakomben.

Adventskalender 2011 – 22. Dezember

Die Serifen- und Grotesk-Schriften


Was ist nun eine Schrift mit Serifen? Oder eine Grotesk-Schrift? Wer gerade ein wenig aufgepasst hat, weiß die Lösung vielleicht sogar schon. Die nächsten Zeilen sind in der Schrift Times New Roman geschrieben – es ist die bekannteste Schrift mit Serifen. Serifen sind die Linien, die den Buchstabenstrich abschließen. Verläuft der Strich senkrecht (I), dann schließen die Serifen waagerecht an den Enden oben und unten ab (I). Es gibt verschiedene Stärken und Rundungen, die eine Serife haben kann. An ihnen kann sogar die Schrift einer bestimmten Klassifikation zugeordnet werden. Serifen-Schriften sollen die Leserlichkeit eines Textes verbessern, sodass sie gerne beispielsweise bei belletristischen Titeln verwendet werden.

Anders sieht es dagegen bei der Grotesk-Schrift aus. Zu den bekanntesten Schriften gehören die Arial oder die hier verwendete Helvetica. Grotesk-Schriften haben keine Serifen (deshalb werden sie auch als Sans Serif bezeichnet), und ihre Strichstärke ist sehr ebenmäßig. Sie entstanden im 19. Jahrhundert, abgeleitet aus der Antiqua, und aus dieser Zeit stammt auch die Bezeichnung Grotesk: Für die Menschen damals war die neue, serifenlose Schrift irgendwie sonderbar und entsprach nicht ihren Lesegewohnheiten. Heute wird die Serifenlose gerne in Fachbüchern verwendet, aber auch besonders gerne im Web: Wird der Text am Bildschirm immer kleiner, verringert sich die Lesbarkeit bei Schriften mit Serifen.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 21. Dezember

Das Kapitälchen


Nachdem MAJUSKEL und minuskel die Themen der letzten beiden Tage waren, steht heute das Kapitälchen im Fokus. Auch Kapitälchen sind Großbuchstaben, deren Höhe sich allerdings nicht anhand der der Versalien orientiert, sondern an der Normalhöhe der Kleinbuchstaben. Auch der Duktus und der Grauwert der Kapitälchen orientiert sich an den Kleinbuchstaben. So entsteht eine Auszeichnungsart, die im Text optisch sehr unauffällig ist. Ein Graus für jeden Setzer sind falsche Kapitälchen, die sich zwischen der Normal- und der Versalhöhe bewegen. Bei falschen Kapitälchen werden die Versalbuchstaben skaliert, was zu entweder viel zu großen oder zu hellen Buchstaben führt.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 20. Dezember

Die Minuskel


GESTERN WAR DIE MAJUSKEL HINTER DEM 19. TÜRCHEN VERSTECKT. kommen wir heute zu ihrem gegenstück: die minuskel. minuskel werden auch gemeine genannt und sind kleinbuchstaben. woher kommt letztendlich die bezeichnung? im lateinischen bedeutet minusculus übersetzt soviel wie eher klein.

Montag, 19. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 19. Dezember

Die Majuskel



Die Majuskel wird gegenwärtig synonym zu der Bezeichnung Versalien gebraucht und bezeichnet in der Typografie die GROSSBUCHSTABEN. Schriften, die nur aus Großbuchstaben bestehen, heißen deshalb Majuskel- oder Kapitalschriften. Ist mitten in einem Wort ein GroßBuchstabe enthalten, so spricht man von einer BinnenMajuskel. Majuskelschriften werden gerne als AUSZEICHNUNGSART für Buchstaben verwendet.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 18. Dezember

Die Marginalie


Marginalien sind kleine Notizen, Anmerkungen, Zusammenfassungen, Kommentare am Seitenrand, die handschriftlich oder gedruckt sein können. Marginalien bieten wertvolle Hinweise darauf, wie die Texte früher rezipiert worden sind. Ab und an finden sich auch reine Schreibübungen am Seitenrand wieder. In heutigen Fachbüchern fassen Marginalien oft einen thematisch begrenzten Absatz in wenigen Worten zusammen und dienen dem Überblick. Manche dieser Anmerkungen tauchen im Inhaltsverzeichnis wieder. Neben diesen nützlichen Marginalien gibt es auch unnütze Kritzeleien, die beispielsweise hin und wieder in Büchern aus der Bibliothek auftauchen und als Sachbeschädigung gelten.

Samstag, 17. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 17. Dezember

Die Fußnote


Hinter dem heutigen Türchen verbergen sich die Fußnoten. Gibt es zu diesem allgemein sehr bekannten Begriff überhaupt etwas zu sagen? Aber sicher doch, überraschenderweise sehr viel. Es wird vermutet, dass Fußnoten sich aus den Marginalien entwickelt haben – also kleinen Randnotizen. Gegenwärtig ist die Verwendung von Fußnoten durch die DIN 5008 geregelt: Sie besagt, dass alle Fußnoten mit einer Anmerkungsziffer im Fließtext verbunden sein müssen. Oder dass sie auf derselben Seite stehen müssen wie der Grundtext. Außerdem muss mindestens eine Leerzeile oder ein Fußnotenstrich als Trennung zwischen dem normalen Text und den Fußnoten stehen. Fußnoten sorgen dafür, dass die Anmerkungen und Quellennachweise den Lesefluss im Fließtext nicht stören und sehen optisch aufgeräumter aus. Alle Fußnoten zusammengenommen werden Anmerkungs- oder Fußnotenapparat genannt. Und es gibt sogar einen Unterschied zwischen Fußnoten und Endnoten: Letztere stehen nicht auf derselben Seite wie die dazugehörigen Anmerkungsziffern, sondern befinden sich gesammelt beispielsweise am Ende des Kapitels oder des Buchs.

Freitag, 16. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 16. Dezember

Der lebende und der tote Kolumnentitel


Heute geht es um die lebenden und toten Bestandteile einer Buchseite. Klingt zunächst abschreckend, ist aber eigentlich sehr harmlos. Eine Seite heißt in der Fachsprache der Buchsetzer Kolumne und jede Seite kann deshalb einen Kolumnentitel haben. Man unterscheidet zwischen lebenden und toten Kolumnentitel.


In Deutschland haben die meisten Belletristiktitel nur tote Kolumnentitel: Sie bestehen nur aus der Seitenzahl, der Pagina, die deshalb auch Kolumnenziffer genannt wird. Sie kann überall auf einer Seite platziert sein. In den meisten Fachbüchern gibt es neben der Seitenzahl oft weitere Angaben, die dann lebende Kolumnentitel genannt werden. Dazu gehören neben der Seitenzahl beispielsweise die Bezeichnung, zu welchem Kapitel die Seite gehört, wie es heißt und wie der Untertitel ist.


Donnerstag, 15. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 15. Dezember

Die Pagina


Mit der Bezeichnung Pagina können viele bestimmt erst einmal nicht sehr viel anfangen. Sie wird auch Kolumnenziffer genannt, was uns der Sache schon etwas näher bringt, denn hinter der Pagina versteckt sich die Seitenzahl eines Buches. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Seite. Die Seitenzahl sorgt dafür, dass jede Seite eines Buches einer fortlaufenden Zahl zugeordnet ist. Dadurch können bestimmte Seiten einfach und schnell herausgesucht und aus den Büchern zitiert werden. Die Pagina hat keinen festgeschriebenen Platz auf einer Buchseite und kann oben oder unten, links oder rechts an den Stegen platziert sein.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 14. Dezember

Der Zeilendurchschuss


Jeder Satz hat einen Zeilendurchschuss. Entweder hat man einen durchschossenen oder einen kompressen Satz. Der Zeilendurchschuss ist am einfachsten zu erklären, wenn wir einen Blick in die Vergangenheit werfen: Beim Bleisatz gab es Blindmaterial, mit denen Lücken geschaffen und Zwischenräume hergestellt wurden. Es waren schmale Bleistücke, die beim Setzen zwischen die Typen wanderten. Um einen Zeilendurchschuss zu erzeugen, landete dieses Blindmaterial zwischen die Zeilen. Hier erklärt sich auch der Unterschied zwischen dem Zeilenabstand und dem Zeilendurchschuss, die gerne miteinander verwechselt werden: Der Zeilenabstand beginnt von einer Grundlinie und endet bei der nächsten. Der Durchschuss hingegen beginnt in einer Zeile bei der Unterlänge einer Minuskel und endet in der nächsten Zeile bei der Oberlänge einer Versalie, sofern sie noch über die Oberlänge einer Minuskel ragen (kursiv im Text markiert). Der Unterschied ist leicht und nachvollziehbar, wenn man sich den Bleisatz vorstellt und geistig die Lücken zwischen den Zeilen füllt.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 13. Dezember

Das Hurenkind und der Schusterjunge


An dieser Stelle ein kleiner Gruß an die liebste Buchhändlerin meiner Timeline, der ich das heutige Türchen widme, auch wenn das Thema zunächst wohl etwas wüst klingt. (Nein, die Begriffe haben nichts mit Dir zu tun, liebe MH!) Was ist eigentlich ein Schusterjunge und was um Himmels Willen hat ein Hurenkind mit Büchern zu tun? Man stelle sich einen Absatz in einem Buch vor. Beginnt er in der letzten Zeile einer Seite und setzt sich auf der anderen Seite fort, spricht der Setzer von einem Schusterjungen bzw. einem Waisenkind. Wenn nun aber die letzte Zeile des Absatzes auf der nächsten Seite in der ersten Zeile aufhört, hat man ein Hurenkind vor sich, auch Hundesohn oder Witwe genannt. Leider habe ich für mein heutiges Bild nur ein Beispiel für einen Schusterjungen gefunden (Es dauerte lange, bis ...), aber jedes Mal, wenn ich überhaupt einen finde, muss ich den Kopf schütteln, denn Hurenkinder und Schusterjungen gelten als schwere, unverzeihliche, typografische Fehler. Es sieht einfach nicht schön aus und stört das Aussehen des Satzspiegels.

Montag, 12. Dezember 2011

Adventskalender 2011 – 12. Dezember

Die Punze


Heute erkläre ich Dir einen meinen liebsten Begriffe aus der Typografie: Die Punze. Auf dem Bild ist eine mehr oder weniger weihnachtlich umrahmt: Das große A hat eine geschlossene Punze – es ist die umschlossene Innenfläche des Buchstabens, das kleine, spitze, weiße Dreieck im Mittelpunkt. Zu den offenen Punzen gehören die Buchstaben h, m, n und u. Der Begriff stammt aus dem Hochdruckverfahren, als die Zwischenräume der Buchstaben mit einem spezielle Werkzeug ausgeschlagen wurden. Im Englischen verbirgt sich dahinter das Verb to punch (etwas schlagen).