Dienstag, 3. Mai 2011

Buch-Challenge – »Back to Offline«


Kein Amazon, kein buch.de, kein Weltbild, kein buecher.de, kein booklooker, kein Buchbote, Jokers, ebay, ZVAB und wie sie noch so alle heißen. Ein Jahr lang Bücher kaufen – und das nur und ausschließlich in unabhängigen, stationären Buchhandlungen. Das ist das Thema meiner ersten eigenen Buch-Challenge »Back to Offline«!

Der Hintergrund 
In letzter Zeit habe ich mein Einkaufsverhalten genau beobachtet und mir gefiel nicht, was ich gesehen habe. Obwohl ich meine Lieblingsbuchhandlungen habe, die ich gerne besuche, die freundliches und kompetentes Personal haben und engagiert sind, habe ich aus Bequemlichkeit dann doch leider zu oft den Warenkorb geklickt. 
Die Verführung ist groß: Ein paar Buchstaben eingetippt und schon ist das Buch auf dem Bildschirm, die Bewertungen sichtbar und bei alten Werken gibt es die günstige Option über Marketplace. Ein weiterer Klick und schon landet die Büchersendung wenige Tage später im Briefkasten. Was für mich als Buchkäufer bequem ist, kostet aber den unabhängigen Sortimentern ihre Lebensgrundlage. Will ich das? Möchte ich in Zukunft meine Bücher ausschließlich im Internet »erbeuten« und dadurch beim Einkaufsbummeln in der Stadt im schlimmsten Fall keine einzige Buchhandlungen mehr antreffen? Oder sogar nur die großen, toten Ketten? Nein, nein, nein. Deshalb kam mir die Idee zur Aktion »Back to Offline«.

Motivation
Ich möchte mit dieser Buch-Challenge »Back to Offline« gerne mein Einkaufsverhalten ändern und würde mich freuen, wenn die Aktion auch andere Leser nachdenklich machen würde. Außerdem bin ich neugierig darauf, ob ich es tatsächlich schaffe, in der Offline-Welt alle meine Bücher besorgen zu können – auch vergriffene Ausgaben. Wie war es früher einmal? Vor dem Internet mit seinen Verkaufsplattformen? Außerdem freue ich mich darauf, viele neue kleine, unabhängige Buchhandlungen zu entdecken, denn zum Glück wohne ich im Ballungsgebiet Rhein-Main. Meine Erfahrungen werde ich natürlich in meinem Blog posten.

Durchführung
Ab heute (Dienstag, der 03. Mai 2011) werde ich meine Bücher für ein ganzes Jahr nur offline kaufen, also nur bei unabhängigen Buchhandlungen. Das Internet wird bei meinen Buchbestellungen absolut tabu sein: Nicht nur die großen Plattformen für neuwertige Bücher fallen darunter, sondern auch der Zweitmarkt mit ebay, booklooker oder ZVAB. Ich werde nur unabhängige Buchhandlungen und Antiquariate aufsuchen und alle großen Ketten (wie Thalia, Hugendubel, Mayersche etc.) ebenfalls meiden. Meine Erfahrungen werde ich hier im Blog dokumentieren und ich würde mich freuen, wenn sich einige weitere Leser dieser Aktion anschließen wollen.

Wer mitmachen möchte
Der Zeitraum darf bei »Back to Offline« frei bestimmt werden – ich habe mich für ein ganzes Jahr entschieden. Ebenfalls frei bestimmt werden darf die Möglichkeit, ob in dieser Zeit generell nur unabhängige Buchhandlungen besucht oder ob die großen Ketten ebenfalls benutzt werden dürfen. Die einzige Bedingung ist, dass die Bucheinkäufe nicht im Internet betätigt werden dürfen. Das Logo zur Buch-Challenge »Back to Offline« kann bei mir per E-Mail in verschiedenen Größen angefordert werden (Betreff: Back to Offline). Die Mail-Adressen werden selbstverständlich nicht weiterverwendet, sondern gleich gelöscht.

Kommentare:

  1. Eine sehr gute Idee wie ich finde. Ich selber kaufe Bücher nur, wenn ich sie vorher einmal in der Hand gehabt habe.
    Sie nur über das Internet zu bestellen... ?
    Woher bekommst du die vergriffenen Ausgaben, wenn du es nicht offline bekommen kannst ?
    liebe Grüße, Kim =)

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  2. Dankeschön! :)

    Das mit den vergriffenen Ausgaben wird bestimmt knifflig werden, aber früher hat das ja auch ohne Internet geklappt. Mal schauen, was für ein Netzwerk die örtlichen Antiquare zu anderen Antiquariaten haben. Vielleicht haben die dann auch Tipps für mich, denn wenn sie mir "nur" etwas über das ZVAB bestellen würden, könnte ich auch gleich selbst bei Amazon über Marketplace das gesuchte Buch anfordern. Und das scheidet dann aus.

    Im schlimmsten Fall könnte ich das Buch nicht gebraucht kaufen und müsste in den Bibliotheken stöbern gehen. Mal schauen :)

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  3. Als lokaler Buchhändler, finde ich diese Aktion natürlich Klasse und hoffe das sie auch den einen oder anderen Nachahmer findet.
    Es ist teilweise schon frustrierend, wenn man sieht wie kleine, inhabergeführte Geschäfte immer weniger werden (nicht nur Buchhandlungen). Das Geschrei vor Ort ist dann immer riesengroß wenn ein individueller Laden verschwindet, aber eingekauft wurde von den "Schreiern" natürlich im Internet oder in einer Kette.

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  4. Ich bin gespannt, wie sich alles entwickeln wird: Welche Reaktionen es noch geben wird und welche Erfahrungen ich machen werde. Ich freue mich auch herauszufinden, welche Ideen Buchhandlungen umsetzen, um in Zeiten des Internets zu bestehen. Vielleicht zeigt dieses Experiment anderen Buchkäufern auch, dass »Back to Offline« möglich ist und möglich sein muss.

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  5. Magst du mir das Logo mal mailen? Am besten etwas kleiner, dann kann ich es in der Sidebar meines Blogs einbinden und hierher verlinken.

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  6. Das könnte bei mir schwierig werden, wenn ich afrikanische Autor/inn/en will....mal sehen.

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  7. Bei solchen Spezialfällen habe ich vielleicht Glück, denn in Frankfurt gibt es wohl eine Internationale Buchhandlung - vielleicht bei dir auch? Wenn man allerdings wirklich mitten im Nirgendwo wohnt, wird das bestimmt schwieriger.

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  8. Ich finde das eine coole Aktion! Als Inhaberin einer Stadtteilbuchhandlung weiß ich, was Sache ist. Dabei muss es gar nicht ganz ohne Internet sein: Schaut doch mal, ob Eure lokale, unabhängige Buchhandlung nicht auch eine Internetseite hat - die freut sich sicher am meisten über die Leute, die in den Laden kommen, aber auch über Internetbestellungen! Die dann verschickt werden oder, noch viel besser, im Laden abgeholt werden können und dabei kann dann noch gestöbert werden.

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  9. Liebe Frau Martin, genau über solche Vorteile möchte ich in Zukunft auch ganz gerne hier im Blog berichten, denn ich habe den Verdacht, dass vielen Menschen dieses Angebot gar nicht bewusst ist! Ich kenne kaum eine Buchhandlung, die nicht im Netz rund um die Uhr verfügbar ist und das ist einfach toll. Nein, es muss nicht immer Amazon sein und ich hoffe, dass diese Einstellung wieder mehr ins Bewusstsein gerückt wird.

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  10. Muss auch sagen, dass das echt eine tolle Aktion ist. Werde gerne hier wieder vorbei schauen und deine Berichte darüber lesen. Bin jetzt schon sehr gespannt.

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  11. Schön, wenn man in der Stadt wohnt oder ein Auto hat. Nicht schön, wenn der einzige Buchladen im Dorf schon lange zu ist, wenn man kein Auto hat und die Öffentlichen nur dreimal am Tag fahren und auch nicht unbedingt in ein Dorf, das einen Buchladen hat. Bestellt man ein Buch, muß man die Weltreise zweimal auf sich nehmen... Schöne Aktion, gut gemeint, geht aber nur, wenn auch die Infrastruktur stimmt.

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  12. Das stimmt natürlich. Ich habe das Glück, dass ich mit Hilfe der Bahn in 20 Minuten in Frankfurt, in 30 Minuten in Mainz und in einer knappen Stunde in Darmstadt bin. Dank Studententicket fahr ich sehr günstig und die nächstgelegene Buchhandlung ist 20 Minuten mit dem Rad entfernt.
    Ich kann sehr gut verstehen, dass Online-Buchhändler eine sehr gute Alternative für Menschen sind, die diese Möglichkeiten nicht haben: Keine Buchhandlung in der Nähe, keine gute Infrastruktur in Sachen Bus und Bahn, kein Auto, vielleicht auch krank, alt, gehbehindert.
    Aber mir ist aufgefallen, dass immer mehr aus meinem Umfeld und vor allem auch andere Buchblogger, die dieselben glücklichen Umstände wie ich genießen, dann doch aus Bequemlichkeit nur noch online bestellen. Und ich selbst habe auch immer mal wieder bei Amazon bestellt, bis ich mir die Frage nach dem Warum gestellt habe. Wenn man die Möglichkeiten hat - warum nutzt man sie nicht? Vor allem, weil die Bücher wegen der Preisbindung überall dasselbe kosten.
    Und vielleicht tröstet es Sie ein wenig, dass durch die Großfilialisten immer mehr unabhängige Sortimenter in kleinere Städte abwandern. Ich drücke die Daumen, dass auch Sie vielleicht bald wieder in einer gut sortierten Buchhandlung stöbern können.

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  13. Hallo Büchereule,

    Wie schon geschrieben finde ich die Idee klasse und habe mich jetzt deiner Challenge angeschlossen. Die großen Ketten werde ich zwar zumindest bei Mängelwareverkäufen nicht meiden, aber davon abgesehen übernehme ich deine Durchführung und versuche mich auch an einem Jahr Offline-Kaufen :)
    Nochmal vielen Dank für das edle Logo, das Einfügen hat problemlos geklappt.

    Liebe Grüße, Kermit

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  14. So, ich hinterlasse hier auch mal meinen Kommentar. ;) Ich werde nun auch an der Challenge teilnehmen, allerdings in einer etwas abgespeckten Version. Ich habe mir dafür Dein Logo geklaut, aber natürlich mit Angabe des Ursprungs. ;) Sieht wirklich toll aus, wenn ich das mal sagen darf.

    Alles weitere findest Du in meinem eigenen Post:
    http://www.steflite.com/?p=3232

    Liebe Grüße!
    Steffie

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  15. Liebe Steffi, ein herzliches Willkommen von mir im Back-to-Offline-Boot, auf dem wir hoffentlich nicht gemeinsam untergehen werden. Ich freue mich, dass du mitmachst und bin schon auf deine weiteren Erfahrungsberichte gespannt. Das Logo darfst du gerne klauen, dafür ist es da und für andere Interessierte lasse ich es auch gerne per Mail zukommen.

    Liebe Grüße,
    Buechereule

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  16. Finde ich toll diese Aktion. Ich hätte durchaus Lust mich der Herausforderung zu stellen. Das Problem ist nur, dass es hier in England fast nur noch Ketten (Waterstones, Borders, WHSmith) gibt und fast keine unabhängigen Buchhändler - eigentlich sehr schade.
    LG, Katarina :)

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  17. Huhu Katharina,

    letztens habe ich im Börsenblatt auch sehr krasse Zahlen gelesen, wie sehr die Buchhandelslandschaft gerade in England eingebrochen ist. Ich hab keine genauen Zahlen im Kopf, aber für die kurzen Jahre ist da ganz schön viel verschwunden :(

    Ich hoffe, dass du dich wenigstens bei den Ketten wohlfühlst - da gibt es ja auch solche und solche.

    Liebe Grüße,
    Buechereule

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