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Montag, 6. August 2012

Testbericht E-Reader – ASUS Eee Note EA800

Technische Details 
Der ASUS Eee Note EA800 ist ein E-Reader mit einem 8 Zoll großen, matten, nicht hintergrundbeleuchteten LCD-Display (64 Graustufen), den es seit Anfang 2012 in Deutschland direkt über Asus zu kaufen gibt. Er kostet derzeit 199 Euro. Der Prozessor hat eine Taktgeschwindigkeit von 624 MHz und im Inneren befindet sich ein 4 GB Speicher, der mit SD-/SDHC-Karten erweitert werden kann. Der Arbeitsspeicher liegt hat 256 MB RAM und einem 128 Flash-Speicher. Er unterstützt folgende Formate direkt: PDF, EPUB, MP3, JPEG, BMP, GIF und PNG. Indirekt unterstützt er auch TXT, DOC(X), XLS(X) und PPT(X), indem er diese Formate während des Datenimports automatisch in PDF oder EPUB umwandelt. Außerdem ist ein 3700mAh-Akku eingebaut, der bei ausgeschaltetem Wireless 13,5 Stunden (sonst 10 Stunden) hält. Im Standby-Modus schafft es der Reader auf 10 Tage.
Wie schlägt sich der ASUS Eee Note EA800 im Arbeitsalltag? Es dürfte spannend werden, da er als Moleskin-Ersatz beworben wird und ich ihn genau wegen dieser Funktion gekauft habe.

Asus Eee Note EA800: Vollansicht im Kritzelnotizbuch. 
(Lichtverhältnisse: Schatten an einem sonnigen Tag in der Mittagszeit)




Verarbeitung
Der ASUS Eee Note EA800 fühlt sich ausgesprochen edel an. Das Display ist aus mattem Glas, das Gehäuse aus gebürstetem Aluminium. Dadurch ist der schmale Rand relativ resistent gegen Fingerabdrücke, allerdings auch mit 520g etwas schwerer als vergleichbare Geräte in derselben Größe. Das Gewicht liegt aber keineswegs schlecht in der Hand. Besonders gut gefallen hat mir der mitgelieferte Stift (in Deutschland: nur einer!), der im Gegensatz zum PocketBooks Pro 912 und Onyx Boox M92 groß, dick und geriffelt ist. Er wird in einer Mulde oben direkt im Reader versenkt, in der er sicher sitzt. Außer dem An- und Ausschaltknopf gibt es keine Knöpfe, denn die wenigen Tasten liegen unter dem Touchscreen. Leider funktioniert bei diesem der Zurück-Button etwas unregelmäßig. Die Anordnung der Tasten (unten im Hochformat) hingegen finde ich sehr gut. Beim Lesen im Querformat muss ich nicht umständlich herumhantieren, sondern kann mit meiner linken Hand blättern. Diese Knöpfe funktionieren sehr zuverlässig und es muss kein Druck ausgeübt werden. Ein bisschen schade finde ich es allerdings schon, dass man als Nutzer keine Rückmeldung bekommt, ob man die Tasten richtig getroffen hat – entweder es funktioniert und tut sich was. Oder eben nicht.



Verarbeitung: Kunstlederhülle, gebürstetes Aluminium, mattes Display.


Display
Gerade das Display fand ich in der Produktvorstellung äußerst spannend. In unserer lästigen Phase spiegelnder LCD/LED-Displays war ich überrascht, als ich von dem ASUS Eee Note EA800 hörte, der ein mattes Touchdisplay auf den Markt brachte, das nicht hintergrundbeleuchtet ist. Diese Technologie kannte ich bislang nur von Digitaluhren. Das Display selbst ist 8 Zoll groß (20,3cm) und hat eine Auflösung von 768x1024 Pixel mit 64 Graustufen. Da der Touchscreen nur mit Hilfe des Stylus bedient werden kann, ist das Glas gehärtet (Härtegrad 3). Der Touch-Pen hat 256 Druckstufen für unterschiedliche Linienstärken und eine Auflösung von 0,01mm.
Beim Gebrauch ist mir positiv aufgefallen, dass der Stylus sehr gut über das glatte Glas gleitet und nicht unangenehm kratzt oder schabt. Negativ aufgefallen ist mir hingegen, dass das Display beim Schreiben an den Rändern auch dann reagiert, wenn der Stylus den Screen nicht berührt. Ärgerlich ist das vor allem am unteren Bildbereich, wo die Steuerungsknöpfe auf dem Display liegen. So passiert es mir leider regelmäßig, dass ich während eines Schreibvorgangs plötzlich auf den Weiter-Button komme.
Gut ist, dass man den Stift sehr einfach Kalibrieren kann und er dadurch sehr genau dort aufsetzt und malt, wo man ihn erwartet. Allerdings ist durch das dicke Glas des Touchscreens immer viel Platz zwischen der Auflagefläche, auf dem der Stift liegt, und dem gemalten Strich. Das ist ungewohnt, doch mit der Zeit gewöhnt man sich beim Schreiben daran.


Blick auf das Display. Oben: Im Schatten (draußen, hartes Licht); 
unten: direktes Licht der sommerlichen Mittagssonne.


Ausstattung
Im Lieferumfang enthalten sind ein Stylus, ein USB-Netzadapter, das dazu passende USB-Kabel und eine stabile Hülle aus Kunstleder. Ich betone an dieser Stelle, dass beim deutschen Paket nur ein Stylus dabei ist, denn ich habe auf anderen Blogs von einigen ausländischen Paketen mit zwei Stiften gelesen. Deshalb hat die Kunstleder-Hülle auf der Innenseite des Rückens einen Stifthalter. Allerdings ist der für den Stift viel zu eng – ich bekomme den Stift kaum rein und nur schwer wieder raus. Ebenfalls blöd: Dadurch, dass dieser Halter am unteren Rand angebracht ist, verzieht sich beim Schließen die Hülle und ist schief (da durch den Halter der untere Bereich gestärkt ist und der obere nicht). Das gibt bei mir leider ästhetische Abzüge, obwohl sich das Kunstleder sehr wertig anfühlt, stabil ist und der Markenname eingeprägt ist.


Die Navigationstasten: Unter und auf dem Display.

Bedienung
Die Bedienung ist sehr intuitiv gestaltet, das Menü sehr klar und übersichtlich, doch nicht immer logisch und bedacht gestaltet. Wenn man sich beispielsweise im Musik-Player befindet und sich die ganze Zeit mit dem Stift durch das Menü etc. navigiert, kommt man dort – wenn man Musik hören und gleichzeitig lesen möchte – nur mit Hilfe der Touchscreen-Tasten wieder zurück ins Menü. Deshalb habe ich lange Zeit angenommen, dass das Gerät nicht Multitaskingfähig ist – ist es aber! Allerdings gibt es nur sehr wenige Einstellungsmöglichkeiten und Spielereien. Auch schade: Für die Einführung auf den deutschen Markt hat ASUS viele Layouts nur mangelhaft angepasst. Beispielsweise heißt es im Hauptmenü »kamera« und viele Vorlagen zum Zeichnen (Kalender, Adressbuch, Kontakte) sind nicht übersetzt und noch mit asiatischen Schriftzeichen versehen, obwohl sie teilweise mit sehr hübschen Illustrationen verziert sind. Schade!


Blick auf das Menü. Oben: Direktes Licht (Mittagssonne);
unten: Schatten.


Funktionen
Es gibt folgende Funktionen: Notizen, Lesen, Kamera, Sprachnachrichten, Textnachrichten, ein Fotoalbum, einen Musik-Player, einen Rechner, ein Wörterbuch, Einstellungsmöglichkeiten, einen Papierkorb, einen Webbrowser und zwei Spiele (Bubble-Breaker und Sudoku – beides allerdings mit Schach-Icons abgebildet).
Hinter dem Menüpunkt Notizen verbergen sich niemals enden wollenden Notizbücher, auf die sich der ASUS Eee Note EA800 spezialisiert hat. Man legt eine Notiz an und kann sie mit Hilfe von 44 Vorlagen so gestalten, wie man möchte: Contact card, Weekly Planner, To-do list, 2011 Calendar, Quad graph Paper, Pie chart, Cover Page, Blank, Axonometric, Caligraphy Paper und Graph sind nur einige wenige Beispiele aller Auswahlmöglichkeiten. Schade, dass viele durch die asiatischen Schriftzeichen nicht nutzbar sind. Die Notizfunktion ist ansonsten sehr toll und macht Spaß. Das Menü ist so simple aufgebaut wie Paint – man kann zwischen drei Graustufen wählen und sein Werkzeug bestimmen: Pinsel, Kugelschreiber, Filzstift, Füllfederhalter und Textmarker. Beim Zeichnen selbst ist die Simulation fast lebensecht: Kreuzen sich mehrere Linien, so sind die Stellen, an denen sie sich treffen, dunkler. Schnelles Mitschreiben ist bei diesem Reader kein Problem: Er funktioniert ohne Verzögerungen und ist meiner Meinung nach flotter als beispielsweise der Onyx M92 oder der PocketBook Pro 912. Es gibt kein Nachziehen der Schrift – alles ist immer sofort da.
Die Kamera selbst (in der Kunstlederhülle ist für sie ein kleines Loch vorhanden) ist eine nette Spielerei, die Umsetzung allerdings mangelhaft. Es ist eine 2 Megapixel-Kamera mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln. Man kann den Kontrast einstellen und zwischen verschiedenen Modi wählen. Anhand denen zeigt sich, wofür die Kamera gedacht ist: Allgemein, Außen, Innen, Weiße Tafel, Manuell. Das Augenmerk liegt hier auf der weißen Tafel und dem Einsatz für Studenten und Business-Leuten in Meetings, die für ihre Notizen schnell etwas abknipsen müssen. Das würde besser funktionieren, wenn die Auflösung höher wäre. Schade, denn die Idee ist gut.
Beim Fotoalbum haben wir mit einem restriktiven Spaß von ASUS zu kämpfen: Die Bilder werden nur im Hochkant-Format angezeigt (können nicht gedreht werden) und haben meistens oben und unten einen ungenutzten Rand. Außerdem können nur Bilder unter 1 MB-Größe hochgeladen werden, die nicht mehr als 3 MP groß sind. Interessant und sehr schade, denn sogar Detailaufnahmen glänzen auf dem Screen richtig.
Sprachnachrichten sind ideal, um zwischendurch etwas aufzunehmen (eine Vorlesung in der Uni?). Allerdings liegt das Mikrophon in der Mulde vom Stift. Ist der Stift an seinem Platz, hört das Mikrophon nichts. Textnachrichten erfolgen per eingeblendeter Tastatur oder Handschriftenerkennung (kein Deutsch verfügbar!). Da ich nur die Notizfunktion nutze, finde ich derzeit keine Verwendungsmöglichkeit für die Textnachrichten.
Der Webbrowser funktioniert, ist aber instabil und lädt lange (mit Bildern scheint er seine Probleme zu haben – siehe Fotoalbum-Restriktion). Ich nutze den Reader daher nicht zum Surfen.


Blick auf die verschiedenen Werkzeuge bei der Notizfunktion. (Schatten)


Lesen
Beim Kontrast bin ich ein wenig zwiegespalten: Bei schwachen Lichtverhältnissen überwiegt der Eindruck eines kontrastarmen und zu dunkel eingestellten Displays leider. Bei guten Lichtverhältnissen ist das Lesen sehr angenehm und im prallen Sonnenlicht ist der Screen richtig gut. Wenn der Kontrast in allen drei Situation gleich gut wäre, hätte man mit dem ASUS Eee Note EA800 eine spannende Alternative zwischen E-Readern mit E-Ink-Displays und Tablets mit hintergrundbeleuchteten LCD/LED-Displays.
Auch beim Lesen kann man direkt in den Text reinkritzeln. Leider gibt es keinen Zurück-Knopf, sodass Fehler immer ausradiert werden müssen (der Radierer hat beim Kritzeln in Dokumenten plötzlich keine Größenauswahl mehr). PDF-Dokumente mit Bildern brauchen sehr lange zum Laden (länger als 30 Sekunden) und nochmal so lange zum Vergrößern. Reine Text-Dokumente öffnet er jedoch spielend. Das Blättern ist ein Traum und klappt schneller als in der Realität. Der ASUS dürfte interessant für Leute sein, die vom E-Ink-Seitenaufbau genervt sind: Der Screen muss nicht schwarz werden, um eine neue Seite aufzubauen.

Software
Auf dem ASUS Eee Note EA800 läuft ein Linux-Betriebssystem. Nichtsdestotrotz hat ASUS kein Problem damit, so viele Restriktionen wie nur möglich in seine Software zu packen. Es ist nicht möglich, die E-Books einfach auf den Reader zu ziehen, USB-Massenspeicher adé. Die Verwaltung läuft komplett über die eigene Eee Note Sync-Software, die je nach Rechner mal schnell, mal grauenhaft langsam läuft und vor allem generell umständlich ist. Ich habe immer noch nicht herausgefunden, ob erst das Programm gestartet, dann das Kabel rein, dann der Reader hochgefahren werden muss oder eine beliebige andere Reihenfolge besser klappt. Außerdem kann ich die markierten Dateien  nicht einfach in die Eee Note Sync-Software ziehen, sondern muss sie erst umständlich importieren. Nein, diese Software macht mir keinen Spaß und vergrätzt mir die Freude am Gerät ordentlich. Ich würde die Verwaltung lieber komplett wie einen USB-Stick nutzen.

Firma
ASUS ist eine taiwanesische Firma. Der Reader kam mit einem halben Jahr Verspätung nach Deutschland und mich wundert es immer noch, warum so eine große und etablierte Firma es nicht geschafft hat, diesen E-Reader für den deutschen Markt anzupassen (Vorlagen, Handschriftenerkennung). Updates kamen bislang nur für die Eee Note Sync-Software heraus, ich hoffe allerdings, dass für den ASUS Eee Note EA800 auch noch welche kommen (seit Januar tat sich da allerdings nichts).



Fazit
Das ASUS Eee Note EA800 ein Gerät, das viel Spaß und Ärger zugleich verspricht. Die Technik / Software ist unausgereift, wie bei so vielen Geräten, die derzeit auf den Markt sind. Allerdings ist der Reader für meine Bedürfnisse ausreichend: Ich nutze ihn als Organizer, schreibe auf Seminaren in meinen Notizbüchern mit und habe immer alles dabei. Und bei Langweile macht das Kritzeln sehr viel Spaß. Weniger Freude habe ich mit dem hypersensiblen Display-Rand, beim Lesen von PDFs mit vielen Bildern und mit der Eee Note Sync-Software. Ich hoffe, dass für all diese Probleme noch Updates kommen, denn erst dann hätte man mit dem Eee Note eine spannende Alternative zum Tablet und E-Ink-Reader.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Bibliophile Momentaufnahmen – Kalenderwoche 25


Früher hatte ich immer ein Buch dabei, das ich in der Bahn immer gelesen habe. Das ist heute nicht anders, denn mal ehrlich: Wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, das Haus ohne Buch zu verlassen? Doch ob es gelesen wird, ist wieder eine andere Sache. Als würde ein guter Freund in der Handtasche warten und auf seinen Leser aufpassen. Jedenfalls bekommt das Reise-Lesebuch seit einem halben Jahr Gesellschaft von meinem E-Reader, dem Asus Eee Note. Auf ihm speicher ich aktuelle Blogartikel, die ich im Zug lese. Aktuell beträgt mein digitaler SuB (oder SuA?) 123 Artikel ... dafür muss ich noch lange reisen. Zum Glück steht nun eine Reise zu den Berliner Buchtagen an!

Montag, 11. Juni 2012

Testbericht E-Reader – Onyx Boox M92

Technische Details
Der Onyx Boox M92 ist ein E-Reader mit einem 9,7 Zoll großem Pearl eInk-Touchscreen (16 Graustufen), den es seit Dezember 2011 in Deutschland zu kaufen gibt. Er kostet je nach Shop derzeit rund 349 Euro. Der Prozessor hat eine Taktgeschwindigkeit von 800 MHz und im Inneren befindet sich ein 4 GB Speicher, der mit SD-Karten bis 32 GB erweitert werden kann. Der Arbeitsspeicher ist 256 MB groß und er kann mittels USB oder direkt per SD-Karte mit dem PC verbunden bzw. neue Dateien aufgespielt werden.
Er unterstützt folgende E-Book-Formate: EPUB, PDF, TXT, HTML, CHM, PDB, FB2, MOBI/PRC, DJVU, DOC(X), XLS (X) und PPT. Er unterstützt auch Grafik-Dateien in den Formaten JPEG, GIF, PNG, BMP und TIFF, außerdem noch Musik-Dateien in MP3 und WAV. Die Akkuleistung wird mit 8.000 Seitenwechseln beziffert. Derzeit wird er in den Farben schwarz und weiß verkauft. Wie schlägt sich dieser teure Reader im Test?

Onyx Boox M92: Ein Überblick mit modifiziertem Stift

Verarbeitung
Die Verarbeitung ist sehr gut und fühlt sich wertig an, obwohl der Reader komplett aus Kunststoff ist. Allerdings hat beispielsweise der PocketBook Reader Pro 912, der in derselben Preisklasse liegt, eine Rückseite aus Metall, sodass der Reader sich stabiler und wertiger anfühlt als der Onyx M92. Durch das Kunststoff-Gehäuse wird der große Reader allerdings auch schön leicht: Er wiegt 520 g. Nicht so gelungen bei der Verarbeitung sind die vielen Spalten im Bereich des Rahmens um das Display: In den Rillen bleibt viel Dreck hängen. Im Test hatten wir den schwarzen Onyx M92 – diese Farbe ist durch den glänzenden Rahmen sehr anfällig für Fingerabdrücke.
Die Tasten sind gummiert, haben einen klaren Druckpunkt und fühlen sich sehr wertig an. Die Anordnung der Tasten ist beim PocketBook Pro 912 gelungener und ergonomischer als beim Onyx M92: Beim Onyx sind die Tasten zum Blättern links und rechts an der Seite (Hochkant), beim PocketBook Pro 912 unten und rechts (Hochkant). Wenn man die Dokumente im Querformat lesen möchte, muss man beim Onyx jedes Mal umgreifen zum Blättern.

Onyx Boox M92: Ein Überblick über die Anschlüsse

Display
Das Display hat eine Größe von 9,7 Zoll (24,64cm) und hat ein eInk Pearl Touchscreen, der mit einem Stylus bedient wird. Die Auflösung beträgt 825x1200 Pixel. Es handelt sich um die gleichen Displays, die auch in den aktuellen Readern von Sony und Kindle verbaut werden, deshalb hat der Onyx einen besseren Kontrast und Weißwert als der PocketBook.
Seit dem letzten Firmwareupdate wurde ein Bug beseitigt: Nun funktioniert die Kalibrierung des Touchscreens, sodass der Reader mit dem Stylus sehr präzise bedient werden kann.

Onyx Boox M92: Das Hauptmenü (Kunstlicht)

Ausstattung
Im Lieferumfang enthalten sind der Stylus, ein USB-Kabel, ein Netzladegerät und eine stabile Hülle aus Leder.

Bedienung
Die Bedienung ist sehr intuitiv gestaltet, das Menü sehr klar und übersichtlich, da es allerdings auch weniger Einstellungsmöglichkeiten als bei dem PocketBook Pro 912 gibt.

Funktionen
Es gibt eine Text-to-speech-Funktion, einen Web-Browser und Musikhören klappt bei dem Reader auch. Sehr praktisch ist die Möglichkeit, den Reader mit Hilfe von SD-Karten erweitern zu können, denn so spart man sich das ständige Verbinden des Readers mit dem PC, weil er hierbei jedes Mal geladen wird und so Ladezyklen verbraucht werden.
Was fehlt ist in der praktischen Nutzung vor allem die Fähigkeit zu Multitasking. Beim Lesen wäre es zum Beispiel praktisch, ein Dokument zum Lesen und den Notizblock im Hintergrund geöffnet zu haben, um Gedanken gebündelt an einem Ort aufschreiben zu können. Oder beispielsweise beim Lesen eines Fachbuchs im Hintergrund Wikipedia geöffnet zu haben, um etwas nachzuschlagen. Das funktioniert leider nicht, genauso wie gleichzeitig lesen und Musik zu hören.
Der Lautsprecher ist vergleichbar mit denen, die man aus Handys kennt. Die maximale Lautstärke ist jedoch etwas niedrig und Tiefen bzw. Bässe sind nicht vorhanden.
Praktisch wäre es, wenn der Onyx M92 zusätzlich über einen RSS-Reader verfügen würde, um so bequem seine Nachrichten o.ä. auf dem Gerät lesen zu können, die man beispielsweise per WLAN komplett ohne die Einbeziehung des PCs abholen könnte.
Eine weitere Idee und wünschenswerte Funktion wäre ein anpassbares Menü beziehungsweise überhaupt die Möglichkeit, etwas anzupassen. Beispielsweise ist unten immer ein Lautsprechersymbol eingeblendet – dieses könnte durch einen Radierer ersetzt werden (sodass man bei den Notizen nicht dauernd das Menü aufrufen muss) oder die Lautstärkewipptasten anders belegen.

Onyx Boox M92: Notizfunktion im PDF (Kunstlicht)

Lesen
Lesen – die wichtigste Funktion des Onxy M92 – funktioniert sehr gut und durch den flotten Prozessor sehr schnell. Laut Herstellerangaben packt er auch Dateien bis 200MB. Die Blättergeschwindigkeit ist ebenfalls sehr schnell und nicht langsamer als beim Blättern in einem richtigen Buch. Die Seiten wechseln kann man mit Hilfe der Tasten, des kleine Joysticks oder (außer im Zeichenmodus) mit Hilfe des Stylus.
Es gibt eine Notizfunktion, in der die betreffende Textstelle markiert wird. Anschließend öffnet sich ein Feld und die gewünschte Notiz kann auf einer Bildschirmtastatur eingetippt werden. Diese Notizen können nachher als TXT-Datei exportiert werden, hierbei wird eine gleichnamige TXT-Datei erzeugt, die den markierten Text, die Seitenzahl sowie den Kommentar enthält. Im Zeichenmodus kann man mit dem Stylus direkt im Text schreiben – sogar in PDF. Die Notizen können dann in einer neuen PDF abgespeichert werden, die denselben Dateinamen mit dem Datum der letzten Änderung trägt.
Besonders hervorzuheben sind die vielen Möglichkeiten, um den Text heranzuzoomen. Bei EPUB geht es von 100 bis 500 Prozent Vergrößerung in 25 Prozent-Schritten, bei PDF gibt es ebenfalls sehr kleine Schritte von 10-400 Prozent. Außerdem hat der Onyx M92 zwei sehr praktische Zoom-Funktionen: Hinter Hide margin versteckt sich die Möglichkeit, einen Text ohne die leeren Seitenränder zu skalieren und bei Selection to Zoom zieht der Leser selbst ein Rechteck auf, das den gewünschten, angezeigten Bildbereich anzeigt, was bei eingescannten Büchern sehr hilfreich ist.
Ebenfalls praktisch ist die Möglichkeit, die Schrift bei gescannten Seiten fetter und dunkler zu machen. Diese Funktion ist bei schlechten, schwachen und dadurch schlecht lesbaren Kopien sehr nützlich. Neben dem Lesen gibt es auch die Möglichkeit, Notizen zu machen. Besonders gut funktioniert das beispielsweise mit Powerpointfolien, die man vor Seminaren und Vorlesungen auf den Reader laden und danach mit Notizen ergänzen kann.

Onyx Boox M92: Schmutzansammlung in den Rillen am Rahmen

Software
Auf dem Onyx M92 läuft ein Linux-Betriebssystem. Die Firma ist noch nicht so lange auf dem Markt wie beispielsweise PocketBook und hat deshalb auch weniger Funktionen. Mittlerweile hat Onyx den größten Teil der Software im Quellcode bereitgestellt, was dem Einsatz von Booxtor zu verdanken ist. Es ist zu hoffen, dass die wenigen verbliebenen Dateien noch folgen werden. Im mobilread-Forum gibt es bereits einige interessierte Entwickler, die einige Anpassung an der Software vornehmen könnten. So einer von ihnen schon eine deutlich verbesserte Skribble-App geschrieben, mit der man komfortabler Notizen machen und diese auch mit Xournal am PC weiter bearbeiten kann. Beim letzten Update wurde zum Beispiel ein Bug bei der Kalibrierung des Displays behoben, ein neuer Zoom-Modus eingefügt (zwei Punkte markieren den gewünschten Zoombereich) und das Abspeichern der eigenen Notizen wurden auf TXT umgestellt (vorher: eigenes Format).
Sehr angenehm ist außerdem, dass keine Software benötigt wird, um den Onyx mit dem PC zu verbinden. Der Reader kann als USB-Massenspeicher (USB-Mass Storage Device) verwendet und Daten direkt aufgespielt werden – mit Hilfe eines USB 2.0-Kabels oder der SD-Karte.

Onyx Boox M92: Der Rahmen ist anfällig für Fingerabdrücke

Firma
Onyx ist eine chinesische Firma. Für Deutschland gibt es einen Kontaktmann, der den Vertrieb der E-Reader organisiert und den Kontakt zwischen der Firma Onyx und der deutschen Community herstellt und Wünsche vermittelt. Die Community ist sehr aktiv und die Firma reagiert schnell auf Wünsche. So beschwerten sich beispielsweise viele User am Anfang, dass der Quellcode der Daten nicht offengelegt ist – mittlerweile ist fast alles offen verfügbar. Laut einigen Gerüchten im Forum arbeitet Onyx derzeit an einem HD-Display.

Onyx Boox M92 Vergleich: Tageslicht mit Wolken (links) und Kunstlicht (rechts)

Fazit
Der Onyx M92 ist ein Reader, der ein ideales, schnelles und qualitativ hochwertig verarbeitetes Lesegerät ist. Das Display ist toll und der Prozessor schnell. Das Betriebssystem ist stabil und das Menü klar strukturiert und intuitiv. Besonders spannend werden die nächsten Updates sein: Die Community stellt eine Wunschliste mit Verbesserungsvorschlägen auf und wir sind gespannt, was umgesetzt wird.
Der Onyx Boox M92 ist durch seine Größe vor allem zum Lesen von wissenschaftlichen Dokumenten (vorwiegend PDF-Dateien) im A4-Format geeignet. Dabei sind die Notizfunktion sowie das Wörterbuch zum Nachschlagen beim Lesen von beispielsweise englischen Texten sehr nützlich. Als Schulheftersatz zum Schreiben von längeren Texten ist er jedoch nicht geeignet. Der dünne Stylus (auf den Bildern ist ein modifizierter Stift zu sehen!) und die Displaytechnologie erschweren das Schreiben, weshalb auch das Schriftbild leidet und man gezwungen wird, relativ groß zu schreiben. Die Geschwindigkeit tut dann ihr übriges.

Freitag, 1. Juni 2012

Testbericht E-Reader – Innenleben Onyx M92


Für alle, die sich schon einmal gefragt haben, wie das Innenleben eines E-Readers aussehen könnte, dürfen hier jetzt mal ganz nah an den Bildschirm gehen. Das ist ein brandneuer Onyx M92, eines der modernsten und spannendsten Lesegeräte, die derzeit auf dem deutschen Markt erhältlich sind.

In den nächsten Wochen werden auf meinem Blog mehrere Testberichte erfolgen, das Onyx M92 wird nur ein E-Reader sein, den ich vorstellen und unter anderem mit dem Pocketbook Pro 912 vergleichen möchte. Außerdem wird noch ein Sony als Einsteigergerät dabei sein und ein spannendes Konzept des Herstellers Asus. Es wird sowohl schriftliche Testberichte, als auch Videorezensionen zu den Geräten geben.

Dort werde ich unter anderem das Geheimnis lüften, wie und warum das Foto oben überhaupt zustande kam. Und ich freue mich jetzt schon auf die kompetente und tatkräftige Hilfe meines Wortschatzes.


Update:
Hier geht es zum ausführlichen Testbericht des E-Readers Boox M92 von Onxy.
Hier geht es zum ausführlichen Testbericht des E-Readers Eee Note EA800 von ASUS.

Freitag, 30. Dezember 2011

Testbericht E-Reader – PocketBook Pro 912 (Teil II)

In diesem Posting haben Wortschatz und ich einen kleinen Testbericht über den neuen E-Reader Pro 912 von PocketBook geschrieben. Nun hat sich mein Schwager P. den Reader tatsächlich bestellt, und er kam pünktlich am Weihnachtstag an. Genug Zeit, um ihn für ein paar Stunden ausgiebig zu testen (Dankeschön!). Das Ergebnis habe ich auf Video festgehalten, sodass ein guter Eindruck entsteht, wie die Geschwindigkeit und die Qualität so ist und was für Funktionen es gibt. Leider ist es mein erstes Video auf Youtube, weshalb ich noch am Knobeln wegen der richtigen Größe bin. Ächem.


Ob P. ihn letztendlich behalten wird? Ich werde berichten. Spannend ist der PocketBook Pro 912 auf alle Fälle.

Freitag, 18. November 2011

Testbericht E-Reader – IRiver Story HD

Zum Abschluss meiner kleinen Testserie für E-Book-Reader folgt nun nach dem PocketBook Pro 912 und dem Sony PRS-T1 der Bericht zum IRiver Story HD


Geprüft wurden die Lesegeräte von meinem Freund während der Frankfurter Buchmesse. Er hat dazu eigens zwei verschiedene PDF-Dateien mitgenommen (eine 100 Seiten lange, in Latex gesetzte Diplomarbeit und eine fette Powerpoint-Präsentation) und fragte, ob er sie zum Testen auf die Geräte spielen durfte. Solche Dateien sagen mehr über die Geschwindigkeit eines E-Readers aus als die einfachen, vielleicht sogar optimierten PDFs, die auf den Geräten gespeichert sind.

Eine ausführliche Fachberatung war leider nicht an jedem Stand möglich, so auch bei IRiver, da der Reader vom Barsortimenter KNV ausgestellt wurde und nicht von IRiver selbst. Deshalb fällt in dieser Serie insgesamt der Bericht von PocketBook sehr ausführlich aus, von IRiver und Sony nicht. Hätten KNV und libri jedoch geschultes Personal vor Ort gehabt, sehe die Gewichtung ganz anders aus. 


Erster Eindruck
Meinem Freund hat der IRiver Story HD auf dem ersten Blick sehr gut gefallen. Er hat nicht viel erwartet, aber obwohl das Gehäuse komplett aus Kunststoff ist, fühlt es sich sehr wertig an (ähnlich wie der Kindle). Im Gegensatz zum PocketBook Pro 912 oder zum Sony PRS-T1 hat der IRiver Story HD unterhalb des Displays eine Tastatur mit schmalen Tasten. Die Druckpunkte sind sehr gut, ebenso die Geschwindigkeit beim Blättern. Allerdings durfte Wortschatz auch hier seine eigenen Dateien testweise nicht aufspielen – daher bleibt der flotte Geschwindigkeitseindruck auch nur ein unbestätigter Eindruck.

Bedienung
Die Bedienung erfolgt ausschließlich über die Tastatur, da der IRiver Story HD über kein Touch-Display verfügt. Zusätzlich gibt es eine 5-Wege-Navigationstaste. Wortschatz ist aufgefallen, dass der Einschaltknopf etwas ungünstig liegt: Er befindet sich unten auf der Rückseite, sodass er die Befürchtung hat, eventuell irgendwo hängen zu bleiben, weil der Knopf etwas absteht. Auch beim Transport könnte das Gerät im Rucksack an- und ausgeschaltet werden.

Display
Genau wie der Sony PRS-T1 hat auch das Lesegerät von IRiver ein E-Pearl-Display, das nur sechs Zoll groß ist. Durch das Design des E-Readers wirkte das Display beim IRiver allerdings wesentlich größer. Trotz 16 Graustufen punktet der IRiver Story HD – wie der Name schon verrät – mit einer hohen Auflösung von 1024 x 768 Pixel. Das Lesevergnügen bei der hohen Auflösung wird zusätzlich durch ein flexibleres Zoomen als beispielsweise bei Sony gefördert.

Besonderheiten
Der IRiver Story HD glänzt vor allem durch sein hochauflösendes Display, das bislang alle Konkurrenten in den Schatten stellt. Außerdem liest er alle gängigen Formate, angefangen von EPub, PDF, txt bis hin zum jpg, gif, doc, ppt und weitere. Allerdings war es das auch schon mit den Besonderheiten, denn das Lesegerät von IRiver setzt nur auf die Lesefunktion – und ist somit das perfekte Einsteigergerät. Ein großer Negativpunkt ist, dass laut Rezensionen (noch) keine Volltextsuche möglich ist, weshalb die Tastatur eigentlich sinnlos ist. Zwar hat IRiver Versprechungen gemacht, dass die Volltextsuche nachgerüstet wird. Allerdings hat Wortschatz (als Moderator des größten deutschsprachigen iRiver-Forums) mit der Firma IRiver schon zu mp3-Player-Zeiten schlechte Erfahrungen gemacht, denn Versprechungen haben sie schon damals nicht eingehalten. Da die Volltextsuche nicht funktioniert, fragen wir uns beide bis heute, wofür die Tastatur (Ausnahme: Navigation) eigentlich gebraucht wird. Ideen? Vorschläge? Insgesamt soll der Akku 14.000 Seitenwechsel überdauern, auch mehr als andere Lesegeräte, die es auf die Hälfte schaffen. 


Fazit
Der IRiver Story HD ist ein Lesegerät, das sich sehr wertig anfühlt und auch vom Gewicht her sehr gut in der Hand liegt. Interessant ist auch die Möglichkeit, zusätzlich zum 2 GB-Speicher einen SD-Karten-Slot zur Verfügung zu haben (der mit bis zu 32 GB erweitert werden kann). Es bleibt abzuwarten, ob die Firma IRiver ihre Versprechungen einhalten wird.

Mittwoch, 16. November 2011

Testbericht E-Reader – Sony PRS-T1

Heute folgt der zweite Teil meiner kleinen Testserie für E-Book-Reader. Nachdem wir uns zunächst das PocketBook Pro 912 angeschaut haben, folgt heute der Bericht zum Sony PRS-T1. Am Freitag erwartet uns wiederum ein E-Reader von iRiver.

Geprüft wurden die Lesegeräte von meinem Freund während der Frankfurter Buchmesse. Er hat dazu eigens zwei verschiedene PDF-Dateien mitgenommen (eine 100 Seiten lange, in Latex gesetzte Diplomarbeit und eine fette Powerpoint-Präsentation) und fragte, ob er sie zum Testen auf die Geräte spielen durfte. Solche Dateien sagen mehr über die Geschwindigkeit eines E-Readers aus als die einfachen, vielleicht sogar optimierten PDFs, die auf den Geräten gespeichert sind.

Eine ausführliche Fachberatung war leider nicht an jedem Stand möglich, so auch bei Sony, da der Reader vom Barsortimenter libri ausgestellt wurde und nicht von Sony selbst. Deshalb fällt in dieser Serie insgesamt der Bericht von PocketBook sehr ausführlich aus, von Sony und iRiver nicht. Hätten KNV und libri jedoch geschultes Personal vor Ort gehabt, sehe die Gewichtung ganz anders aus.


Erster Eindruck
Der PRS-T1 E-Reader von Sony schien auf dem ersten Blick sehr, sehr, sehr klein zu sein (»Wie ein Taschenrechner in der Schule.«). Klar, denn das Gerät misst mit seinen sechs Zoll nur 17,3 mal 11 Zentimeter. Verstärkt wird der Eindruck dadurch, dass der E-Reader nur neun Millimeter breit ist. Der Rahmen ist sehr dünn und außer dem Display finden sich fünf Tasten auf der Oberfläche. In Deutschland wird er unter anderem vom Barsortimenter libri angeboten. 

Bedienung
Die Bedienung erfolgt über den Bildschirm oder über die fünf Tasten. Das Umblättern geht sehr schnell – allerdings durfte Wortschatz auf der Messe seine Dateien nicht auf den Reader laden. Und wer weiß, was für optimierte Dateien auf dem Reader draufgespielt wurden, damit er mit seiner Schnelligkeit glänzen kann. Die Bedienung war während seines Testversuchs nicht ganz so intuitiv wie erhofft.

Display
Der PRS-T1 nutzt dieselbe Display-Technologie wie der Kindle: den Pearl-Ink. Dadurch sind die Kontraste besonders hoch und das »Papier« erscheint reinweiß.

Besonderheiten
Im Vergleich zum PocketBook glänzt der E-Reader von Sony nicht mit Zusatzfunktionen. In der Hinsicht ist das PocketBook vielleicht überladen und eher für Menschen geeignet, die viel ausprobieren und selber einstellen wollen, und der Sony-Reader wird zum Einsteigergerät degradiert. Er wird in den Gehäusefarben Weiß, Schwarz und Rot erhältlich sein. Dieses Mal setzt Sony übrigens auf das Betriebssystem Android – und WLAN ist auch dabei. Mit Hilfe des Browsers lassen sich die schwarz-weißen Seiten des Internets betrachten (16 Graustufen), wobei Videos und Flash-Animationen ausgespart werden.


Fazit
Mit nur 168 Gramm ist der PRS-T1 ein Leichtgewicht. Ist er dadurch aber auch stabil? Vor allem, weil Sony statt Aluminium dieses Mal auf ein Kunststoffgehäuse gesetzt hat? Wortschatz wollte nicht herausfinden, wie leicht man den Reader biegen kann und ob deshalb das Display besonders anfällig für Sprünge ist. Wegen der Größe von sechs Zoll wird Wortschatz ihn für einen Kauf nicht in Erwägung ziehen. Gerade das Zoomen bei kleinen Geräten ist schwierig, wenn man PDFs lesen möchte. Und wie gewöhnlich zahlt man bei Sony viel für wenig – im Vergleich zu anderen Readern ist der Winzling im Preis zumindest riesig (149 Euro).

Montag, 14. November 2011

Testbericht E-Reader – PocketBook Pro 912



Wortschatz, mein langjähriger Gefährte, ist sehr penibel, wenn es um Elektronik geht. Ein neuer MP3-Player? Kein Problem, allerdings müssen vorher ein halbes Jahr lang mindestens Testberichte gelesen, Meinungen eingeholt und Preisentwicklungen beobachtet werden. Dasselbe beim neuen Laptop, und spätestens bei der Kamera schmunzelte unser Familienkreis.

Als ich ihm von meinen diesjährigen Arbeitszeiten auf der Frankfurter Buchmesse berichtete, beäugte er mich schon mit einem fragenden Gesichtsausdruck: „Gibt’s da auch E-Reader?“ Ich wusste, dass er schon länger  auf der Suche nach dem passenden Lesegerät war, denn den Kindle habe ich ihm vor einigen Wochen ausgeredet. Und so ging er mit einem USB-Stick bewaffnet am Mittwoch nach Frankfurt und schaute sich drei aktuelle Lesegeräte von PocketBook, Sony und iRiver an. Seine Meinung möchte ich hier zusammen mit meinen eigenen Eindrücken wiedergeben.

Zwar hätte ich diesen Bericht gerne ausgeweitet, beispielsweise mit den neuen Geräten von ASUS oder Onyx, aber die hatten auf der Messe nichts ausgestellt. Einen Stand von Amazon mit dem Kindle oder den von Acer hat Wortschatz nicht gefunden, denn eine zentrale Anlaufstelle für E-Reader fehlte. Ebenfalls ungünstig war, dass beispielsweise Sonys E-Reader nur vom Barsortimenter Libri und iRiver bei KNV ausgestellt war. Auf seine Fragen konnten die Mitarbeiter an den Ständen überhaupt nicht eingehen, teilweise fehlten die einfachsten Grundlagen. Bei der Frage, ob er seine Testdateien mal auf den Reader von Sony
und iRiver laden dürfe, kamen Fragen wie: »Und wie? Nein, geht nicht.« Auch hier wäre ein eigener Stand von Sony und iRiver sehr von Vorteil gewesen, denn beim eigenen Stand des Herstellers Pocketbook löcherte er die geschulten Mitarbeiter fast eine Stunde lang mit Fragen (keine Übertreibung!). Es ist eigentlich nicht zu glauben, dass die Hersteller von E-Readern nicht schon längst einen festen, gemeinsamen Platz auf der Frankfurter Buchmesse haben – wer den Präsentierteller Messe nicht nutzt, muss sich nicht wundern, wenn die potentielle Zielgruppe noch verhalten auf die neuen Geräte reagiert. Doch nun zunächst, der Bericht vom Pocketbook Pro 912.




Erster Eindruck
Wortschatz verbrachte fast eine Stunde am Stand des Herstellers. Die Mitarbeiter waren sehr aktiv und engagiert und suchten den Kontakt zum Kunden. Sie hatten das PocketBook Pro 612 und das PocketBook Pro 912 am Stand, wobei Wortschatz nur ein Auge auf den 912er geworfen hat, dieser soll vor allem zum  Lesen von Fachbüchern und Vorlesungsskripte und -folien benutzt werden, weshalb die 6-Zöller aufgrund der viel zu kleinen Displays nicht in Frage kamen. Beide Geräte von Pocketbook sind praktisch baugleich und unterscheiden sich nur durch die Displaygröße; das eine hat ein sechs und der andere ein 9,7 Zoll großes E-Ink-Display. Das PocketBook hat einen Metallrücken, wodurch der Reader sehr stabil wirkt. Er war ganz gut verarbeitet – nichts hat geklappert oder geknirscht. Ganz empfindliche Produkttester würden vielleicht die Lautstärketasten an der Seite und den Stylus samt seinem Einschub kritisieren, die nicht so gut wie die restlichen Knöpfe verarbeitet sind, wobei Wortschatz nicht nachgefragt habt, ob es sich auf der Messe schon um die endgültige Version handelte. Eine dicke Neoprenschutzhülle wird bei der Bestellung mitgeliefert.

Bedienung
Die verwendete Displaytechnologie E-Ink Vizplex, das über eine induktives Touchdisplay verfügt, ermöglicht es, den E-Reader mit einem Stylus oder komplett mit Tasten zu bedienen. So lassen sich bequem Notizen in ein Dokument einfügen, die minimal verzögert, aber ohne Probleme verarbeitet werden. Beim Anlegen einer Notiz wird ein »Screenshot« vom aktuellen Bildschirminhalt gemacht, sodass die Seite bearbeitbar wird. Die Notizen werden als Lesezeichen angelegt und als Bilddatei abgespeichert (der Verkäufer war sich nicht mehr sicher, ob als jpg oder gif) und können später bei Bedarf ausgedruckt werden. Beim Blättern war das PocketBook Pro 912 »einen Tick« langsamer als die Geräte von Sony und iRiver – allerdings hatten es die Daten, die er per USB auf eines der Geräte laden durfte, auch in sich: Eine 100 Seiten lange Diplomarbeit als PDF, die aus Latex exportiert wurde, und eine 30 MB große Powerpoint-Präsentation mit 120 Folien (inklusive Grafiken und Excel-Tabellen). Normale PDF und Epub-Dateien dürften nicht wesentlich langsamer gelesen werden als auf den anderen Geräten. Die Diplomarbeit wurde richtig flott geladen und auf der  Powerpoint-Präsentation (ebenfalls als PDF umgewandelt) konnte er sich Notizen machen – sehr praktisch beispielsweise für die Nutzung im Studium. Der PocketBook kämpfte etwas mit der Powerpoint-Präsentation, wobei die Datei mit Abstand die »gruseligste PDF-Datei« war, die er im Laufe seines Studiums bekommen hat und den Fehler eher Powerpoint zuschreiben würde.

Besonderheiten
Generell fand Wortschatz die Stufen, mit denen in ein Dokument hinein- und wieder hinausgezoomt werden konnte, sehr fein abgestimmt – wesentlicher feiner als beispielsweise beim Kindle. Dadurch kann der Zoomgrad beim Lesen von PDFs sehr genau eingestellt werden.
Eine Besonderheit ist die Reflow-Funktion, mit der PDFs on the fly umgewandelt werden, sodass die Schriftgröße (wie aus Epubs bekannt) verändert werden kann. Bei schlecht erstellten PDF-Dateien können hier allerdings die Bilder verrutschen. Bei der von ihm getesteten Diplomarbeit (mittels Latex erstellt) waren die Bilder jedoch alle am vorgesehenen Platz.
Und zum Schluss plaudere ich ein wenig aus dem Nähkästchen: PocketBook ist gerade dabei, einen E-Book-Reader mit farbiges E-Ink-Display zu entwickeln, als Verkaufsstart ist bislang der Sommer 2012 angepeilt. Die Bestrebungen in diesem Bereich sind nicht neu, aber durch die E-Ink-Technik ist es schwer, dies auch umzusetzen, ohne allzu viel Kontrast und Fingerpräzision zu verlieren. PocketBook hat noch kein vorzeigbares Modell (Geschwindigkeit muss noch verbessert werden). Als Startpreis wird der vom aktuellen Top-Modell angestrebt. Ich bin gespannt und voller Hoffnung, dass einem Hersteller auf diesem Gebiet endlich der technische Durchbruch gelingt.

Display
Das Display ist nicht so weiß wie das Pearl-Ink-Display von Amazons Kindle oder Sonys neuem Reader, aber auch nicht gelb wie Recyclingpapier (»Es störte mich überhaupt nicht.«), eben etwas gräulich. Ein großer Nachteil, der aber auf alle auf dem Markt befindlichen Reader zutrifft, ist allerdings, dass es sich um Glasdisplays handelt, welche empfindlich auf Stöße reagiert. Im Netz hat er schon von einigen Problemfällen gehört. Und wenn Du die gesprungenen Displays der hässlichen Apfelhandys schon einmal gesehen hast, kann man sich gut vorstellen, wie das bei einem E-Reader so aussehen könnte.
Das PocketBook Pro 912 arbeitet mit einem induktiven Touchdisplay und kann deshalb mit einem Stylus bedient werden. Sony beispielsweise hingegen arbeitet mit einem Infrarotsensor, der im Rahmen sitzt und die Bewegung der Finger erfasst. Der Vorteil beider Methode ist, dass keine weitere Schicht auf dem Display für die Touchfunktionalität benötigt wird, die oft den Kontrast verschlechtert und zu verstärkten Reflexionen führt. Aber zurück zum PocketBook Pro 912: Ein Lagesensor im E-Reader dreht das Bild je nach Lage des Displays in die richtige Richtung, wobei er die Arbeit bei der furchtbaren Powerpoint-Präsentation verweigerte.

Anschlüsse
Es gibt einen Slot für Mikro-SD-Karten (den der Kindle beispielsweise nicht hat), WLAN, Blutooth und optional G3. Außerdem gibt es regelmäßig Software-Updates.

Weitere Informationen gibt es unter der Herstellerwebsite.