Freitag, 19. August 2011

Aus dem Alltag einer Buechereule – Winterstiefel

Frau K. und ich waren wieder einmal unterwegs und haben Frankfurt unsicher gemacht. Es ging mal wieder äußerst dekadent zu (Pfannkuchen mit Zimt, Zucker und Äpfeln zum Frühstück, sowie Lachs auf Toast mit Meerrettichsoße), und zwischen der Begutachtung der neuen Herbstkollektionen und überteuerten Lippenstiften kam es auf der Suche nach Winterstiefeln zu folgendem bibliophilen Gespräch:

»Oh schau mal, diese Stiefel sind hübsch und innen gefüttert.«
»Ganz bis unten hin?« (Begutachtung) »Oh ja, erstaunlich. Hätte ich nicht gedacht.«
»Und teuer sind sie auch nicht.«
»Sind sie denn schick genug?« (Kritischer Blick)
»Aber ja doch. Sie haben die Farbe ... von alten Bücherregalen, findest du nicht?«

Mal schauen, ob Karl Lagerfeld das liest. Vielleicht kommt nach dem Buch-Parfum ja eine gesamte bibliophile Kollektion. Wie die wohl aussehen würde ...?

Kommentare:

  1. Dein Artikel hat mich zum Nachdenken gebracht: Ist es Zufall, dass ich Lederjacken liebe (braune!) die alten Buchhrücken so ähneln? Das gleiche gilt für Stiefel.
    Und nebenbei: Stiefel, die tatsächlich komplett gefüttert sind UND nett aussehen, würde ich sofort kaufen. Oft ist das Futter ja nur die oberen paar Zentimeter, wo es kein Mensch braucht.

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  2. Unterbewusst verbinden wir mit bestimmten Farben vielleicht wirklich liebgewonnene Erinnerungen, Gegenstände und ähnliches.

    Gestern habe ich eine Farbtypanalyse erlebt und konnte feststellen: Ich bin ein Herbsttyp. Interessanterweise stehen mir jetzt genau die Farben gut (warme Braun-, Rot-, Gold-, Lila-, Burgunder- und Petroltöne), die sich auch in meinem Regal mit den besonders alten Hardcovern wiederfinden. Das Einkleiden in den neuen Farben wird ziemlich viel Spaß machen :)

    Und ja wirklich, solche Stiefel sind schwer zu finden. Mäntel auch. Letztes Jahr hatte ich eine Mantel-Such-Odyssee erlebt: Jeder warme und gut gefütterter Wintermantel war _immer_ sportlich, aber niemals schick.

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